Spielbetrieb

DLM 2015, 02.-07.10. Hannover

 

Sachsen-dlm2015Auch 2015 fand die Deutsche Ländermeisterschaft der Jugend wieder um den Nationalfeiertag herum in Hannover statt. Das Sachsenteam (Leonard Richter, Konstantin Urban, Alexander Herbrig, Rares Hofmann, Selina Moses, Tessa Simon, Alex Nguyen, Vivien Nguyen - begleitet von Cliff Wichmann und Hendrik Hoffmann sowie Viviens Eltern) verfuhr diesmal nach der Methode "Getrennt marschieren - vereint zuschlagen" und reiste wahlweise mit Zug, Bus oder Auto an. Dies verlief weitgehend problemlos, nur die Busfraktion musste ein paar Staus über sich ergehen lassen. Nichtsdestotrotz rückten wir als eines der ersten Teams in die Jugendherberge ein.

In der Setzliste standen wir auf Rang 10, was uns in der ersten Runde Bayern bescherte. Diese Paarung gab es bereits in den letzten drei Jahren. Bis jetzt waren wir immer Außenseiter gewesen (auch dieses Jahr als Nr. 10 gegen Nr. 2) und hatten auch relativ glatt verloren. Am Ergebnis änderte sich auch in diesem Jahr nichts. Allerdings waren die Chancen mindestens zu einem 4:4 definitiv da. Leider stand uns Caissa nicht zur Seite, so dass die meisten vorteilhaften Stellungen nicht verwertet wurden. Für den Nachmittag des ersten Tages war keine Runde angesetzt, da im nahe gelegenen Stadion Bundesligafußball stattfand. Diesen schauten wir uns jedoch nicht an, sondern wurden auf einer nahegelegenen Wiese selbst aktiv.
Am Sonntag stand eine Doppelrunde auf dem Programm. Der Vormittagsgegner war Baden 2, die immerhin am Vortag ihrer 1. Vertretung ein 4:4 abgetrotzt hatten. Vivien brachte uns mit einem soliden Drachenvortrag relativ schnell in Führung und ein Rundblick über die anderen Bretter ließ auf ein positives Endresultat schließen. Leo war gut aus der Eröffnung gekommen, Konstantin stand brauchbar, Alex H etwas verdächtig. Rares hatte im Zweispringerspiel eine seltene Variante gewählt, die ihm für einen Bauern ordentliche Kompensation versprach. Selina stand bequem, Tessa etwas gedrückt, Alex N war sehr gut aus der Eröffnung gekommen. Nun, es kam zwar an fast keinem Brett das erwartete Ergebnis, doch unterm Strich stand am Ende ein 4½:3½ für uns. Insbesondere Selinas Remis war Gold wert, konnte doch der Gegner an einer Stelle zweizügig Matt setzen.
Runde 3 bescherte uns das Team aus der Bundeshauptstadt. Wir waren nomineller Favorit, was sich jedoch auf den Brettern zunächst nicht widerspiegelte. Konstantin und Selina bezogen glatte Niederlagen. Dafür konnten unsere beiden U12-Bretter punkten. Am Ende gewannen wir sogar relativ hoch, da auch alle knappen Stellungen zu unseren Gunsten kippten.
Der Montag war unser Tag. Zunächst hatten wir es mit Baden 1 zu tun. Alex N schoss uns schnell in Führung, da sein Gegner mit einer bestimmten Französisch-Variante nicht vertraut war. Danach gewann Rares, im Prinzip ein Start-Ziel-Sieg. Den Big Point landete Vivien, die zwischendurch sehr verdächtig stand. 3:0 gegen die Nummer 3 der Setzliste, das war doch schonmal was. Und auch wenn es am Ende nur 4½:3½ hieß, war es ein sicherer und verdienter Erfolg.
An der Spitze zog derweil Bayern einsam seine Kreise, nur Schleswig-Holstein war ein 4:4 gegen sie gelungen. Das bedeutete, dass wir in Runde 5 zum Verfolgerduell gegen Nordrhien-Westfalen anzutreten hatten, die wie wir bei 6:2 MP standen. Hier schlug die große Stunde von Konstantin: Bis jetzt hatte er mit ½/4 eher bescheiden agiert, doch gegen den deutschen U14-Meister von 2015 gelang ihm ein wichtiger Sieg. Da fiel es letztlich auch nicht ins Gewicht, dass Leo eine klar bessere Stellung nicht verwerten konnte - 4½:3½ und wir lagen alleine auf dem 2. Platz.
Leider war damit die Zeit der Doppelrunden vorbei. Nun gab es pro Tag nur noch eine Runde. Und die Vorschlussrunde bescherte uns den Verfolger Schleswig-Holstein. Es wurde ein ganz enges Match. Vivien konnte ihre Eröffnungsprobleme nicht lösen und verlor relativ glatt, was von Alex N kompensiert werden konnte. Selina stolperte ebenfalls bereits in der Eröffnung. Auch wenn wir Trainer später noch optimistisch waren, kam bei ihr nichts Zählbares heraus. Rares war dem 100%-Mann Rieß unterlegen. Im Gegenzug zeichnete sich Tessas Sieg beizeiten ab und auch Alex H konnte auf nach zähem Ringen einen Sieg verbuchen. Damit entschied sich der Kampf an den Spitzenbrettern. Leo hatte in der Eröffnung ein interessantes Bauernopfer für langanhaltende Initiative gebracht. Dieses mündete in ein Turmendspiel mit Mehrbauern. Die nächste Transformation sah dann T+f+h gegen T. Der Gegner verteidigte sich allerdings umsichtig. Konstantin musste leichten Druck aushalten, konnte aber das Gleichgewicht wahren. 4:4 also.
Vor der letzten Runde war Bayern mit 2 MP und 5 BP Vorsprung so gut wie durch. Wir standen mit 9:3 auf Platz 2, hatten aber weniger Brettpunkte als die Mannschaften mit 8:4, wie Baden, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz. Letztere wurden uns denn auch als Gegner für die letzte Runde zugelost und die Konstellation war in etwa so: Ein Sieg bedeutete sicher Platz 2, ein Unentschieden vermutlich Platz 3, eine Niederlage je nach Ausgang der anderen Paarungen Platz 4-6. Die Vorbereitungen gegen die Nr. 1 der Setzliste waren beizeiten abgeschlossen, so dass wir unser (unabhängig vom Ausgang der letzten Runde) gutes Abschneiden mit einem kleinen Spieleabend begingen.
Im Kampf selbst sah es lange Zeit so aus, als ob wir mindestens ein 4:4 erreichen könnten. Doch dann wandte sich Caissa, die 5 Runden lang Schwerstarbeit zu leisten hatte, von uns ab. Konstantin konnte einen versteckten Gewinn gegen Wunderkind Vincent Keymer nicht entdecken, Selina verlor eine gute Stellung. Da auch Tessa und Rares ihrem Gegener die Hand reichen mussten, reichten die Siege unserer hinteren Bretter letzlich nicht aus und wir mussten eine 3½:4½-Niederlage quittieren.
Das war natürlich schade, denn damit waren die Medaillen weg, die in dieser Reihenfolge an Bayern, Baden und Rheinland-Pfalz gingen. Aber auch als Holzmedaillengewinner können wir ein absolut positives Fazit ziehen, was zum Beispiel der Fakt unterstreicht, dass Sachsen von allen Mannschaften im Schnitt den größten DWZ-Zuwachs verbuchen kann. Aus der unbeschwert agierenden Mannschaft stachen Leo, der ungeschlagen das Spitzenbrett verwaltete, Tessa, die erst in der letzten Runde schwächelte, und unsere beiden U12-Spieler Alex N und Vivien heraus. Alle Ergebnisdetails finden sich hier.
Auf ein Neues Anfang Oktober 2016!