Leistungssport

Kurzbericht über die Talentsichtung am 29. Januar 2017 in Leipzig

 

SAM 4935Die bisherigen Tageslehrgänge des D1/D2-Kaders gehören der Vergangenheit an, denn diese Kaderstufen wurden bekanntlich mit dem Jahresbeginn 2017 abgeschafft. Anstelle der Tageslehrgänge werden nunmehr in den Spielbezirken dezentrale Talentsichtungsmaßnahmen durchgeführt, zu denen die LLSP Talente aus den Talentestützpunkten bzw. aus Vereinen einladen. Dies bedeutet, dass es nicht mehr den aus nominierten KaderspielerInnen bestehenden festen Teilnehmerkreis mit der Verpflichtung zur Teilnahme gibt, sondern nur noch freiwillig erscheinende NachwuchsspielerInnen im Alter bis maximal 12 Jahre.

Der Tagesablauf wurde so ähnlich organisiert wie bei Kaderkurzlehrgängen und umfasste neben den „Lektionen“ thematische Schnellpartien in einem oder zwei Turnieren sowie einen Test aus thematischen Partiestellungen. Das Thema des Tages waren Eröffnungsfallen mit dem Schwerpunkt auf deren Vermeidung.

Als Trainer war wieder das eingespielte Team mit Burkhard Starke (Lehrgangsleiter) und Sandra Ulms am Werke. Als Lokalität stand endlich einmal wieder die beliebte „Volksgesundung“, inzwischen mit einem fernbedienbaren Digitalprojektor ausgerüstet, zur Verfügung. Angesichts des teilweise gefrorenen, teilweise aufgetauten Untergrundes musste jedoch auf die Wanderung zum „Wackelturm“ auf dem Rosenthalhügel verzichtet werden, aber immerhin reichte es zu einem Spaziergang über die Hängebrücke und rund um den (hinteren) Rosenthalteich während der Mittagspause bei schönem sonnigem Wetter.

Die Einladungen ergingen teils persönlich (an „die üblichen Verdächtigen“), teils unpersönlich als Angebote an Vereine, von denen die meisten Plätze auch wahrgenommen wurden. So kamen insgesamt 14 TeilnehmerInnen aus sechs Vereinen zusammen. Sie wurden in eine „große“ Turniergruppe von acht und in eine „kleine“ Turniergruppe von sechs unterteilt, die inhaltlich jedoch dasselbe Programm absolvierten und dieselben Stellungen gegeneinander auszuspielen hatten.

Zur Einstimmung in das Thema diente das bekannte Narrenmatt, bei den Kindern besser als „Idiotenmatt“ geläufig und zunächst mit dem Zweifel „Wer spielt denn so?“ verbunden. Aber nach der Demonstration einiger Variationen von From’s Gambit bis Holländisch gab es doch einiges Staunen und schließlich die Einsicht in den Nutzen der Kenntnis dieses Mattmotivs und anderer einfacher Reinfälle.

Im Turnier der Großen siegte souverän Ben Hagenbeck-Hübert mit 4 Punkten aus 4 Partien vor Florian Schön (3 aus 4) sowie Julian Petzke und Jan Hagenbeck-Hübert (je 2,5 aus 4). Im Turnier der Kleinen siegte Levi Körösi mit 3,5 aus 4 vor Maximilian Fischer (3 aus 4) und Timon Klein (2,5 aus 4).

Nach jeder Runde wurde die gerade ausgespielte Stellung an die weiße Wand geworfen und gemeinsam analysiert, worin der eigentliche Nutzwert für das Thema erreicht werden sollte.

Der Test (als einziger Test des Tages) nach dem Mittagessen bestand aus 6 Aufgaben vom Typ „Weiß/Schwarz spielt ..., aber nicht ... , wegen ...“, und die Ergebnisse waren entsprechend den persönlich sehr unterschiedlichen Eröffnungskenntnissen ebenfalls sehr unterschiedlich und entsprachen teilweise gar nicht den Turniererfolgen: Bester mit 11,5 Punkten (von 12 möglichen) war Florian Schön vor Helen Müller (10,5) und Emily Pötzschig (6,5).

Kleine Preise empfangen konnten diesmal alle Teilnehmer mit über 50% der Punkte und nahe an dieser Grenze, wobei als Gesamtsieger (Testpunkte zählten einfach, Turnierpunkte dreifach) Florian Schön mit insgesamt 20,5 Punkten (11,5 + 9) deutlich vor Levi Körösi mit 16 (5,5 + 10,5) und Ben Hagenbeck-Hübert mit 15 (3 + 12) hervorging. Ganz kleine (Trost-)Preise gab es dann am Ende aber doch noch für alle als Lohn für das gezeigte Durchhaltevermögen.

Die nächste dezentrale TaSi steht im Terminkalender des Jahrbuchs am 29.4. an und sollte in Leipzig zur Vertiefung des Themas dienen. Doch dieser Termin ist nicht zu realisieren, weil es an dem Tag einerseits Jugendweihefeiern gibt, und andererseits mit dem 1. Mai am anschließenden Montag ein überlanges Wochenende gegeben ist, welches manche Familien vielleicht anders nutzen wollen. So habe ich im Einvernehmen mit dem Leiter Leistungssport Frank Schulze beschlossen, das Grimmaer Jugend-Open an jenem Wochenende zur Talentsichtung zu nutzen und lege allen Talenten aus unserem Spielbezirk nahe, in Grimma teilzunehmen und sich dort von ihrer stärksten Seite zu zeigen.