Leistungssport

Talentsichtung am 5. November 2017 in Leipzig

 

SAM 6683Bei Nieselregen hatten sich 16 (4 w und 12 m) zur Sichtung eingeladene Talente im Vereinshaus der Leipziger Kleingartengruppe „Volksgesundung“ eingefunden. Als Trainer wirkten wieder Burkhard Starke und Sandra Ulms, und das Thema des Tages waren „Ungewöhnliche Kräfteverhältnisse“ auf dem Brett, wozu ausgewählte Stellungen ausgespielt werden mussten. Zwei Gruppen von je 8 Teilnehmern spielten dabei Rundenturniere Jeder gegen Jeden, teilweise dieselbe Stellung mit vertauschten Farben, und nach jeder (Doppel-)Runde wurde die korrekte Fortsetzung auf einer Großleinwand gezeigt.

Das erste Teilthema war T+B gegen L+S aus der Eröffnung heraus nach Einschlag auf f7 bzw. f2, wobei eine Partie Smyslow gegen Botwinnik von 1943 als Beispiel dafür diente, dass sogar Großmeister und künftige Weltmeister einen solchen Figurentausch eingehen, und nicht nur Kinder, wie in den ersten Beispielen.

Ein zweites Teilthema waren Endspiele, angefangen mit K+D gegen K+T und weiter mit K+D – K+T+B sowie K+D – K+L+S mit „Fast-Festungen“, aufgelockert durch zwei Videoclips aus STARKE BAUERNREGELN: „Zwei Türme zwingen eine Dame, ist diese Dame eine Zahme“ und deren Gegenstück „Doch ist die Dame dominant, spielt sie zwei Türme an die Wand.“

Ein drittes Teilthema waren Figurenopfer für Bauern zwecks Bildung eines erdrückend starken Bauernzentrums wie in Bonstein – Rojahn, Moskau 1956.

Ein viertes und letztes Teilthema waren „Klassiker“ wie Bronsteins Damenopfer gegen zwei Läufer und zwei Bauern in Spasskij – Bronstein, Amsterdam 1956 und Tals Damenopfer gegen Springer, Läufer und Bauer in Bobozow – Tal, Warna 1958.

Zum Glück für alle ließ der Regen gegen Mittag nach, und so konnte die ersehnte Wanderung zum Wackelturm nach dem Mittagessen auch wieder stattfinden, wobei es diesmal keine Angsthasen mit Scheu vor dem Aufstieg von 104 Stufen bis zur obersten Plattform gab, wie das Foto beweist.

Die Turnierergebnisse sind natürlich vom Losglück beeinflusst, weil zwangsläufig auch Verluststellungen zu verwalten waren, aber Dylan Reich brachte zweimal das Kunststück fertig, sich mit K+T gegen K+D ins Patt zu retten und gewann in seiner Gruppe souverän mit 6 Punkten aus 7 Partien vor Quentin Heiser und Leon Ehrig mit je 5 aus 7, während in der anderen Gruppe (mit den vier Mädchen) Ben Hagenbeck-Hübert mit 5,5 Punkten vor Saskia Pohle (5/7) sowie Karl Böhm und Jason Reich (je 4/7) siegte.

Zum Abschied bekam jeder den schönen neuen Schachkalender 2018 überreicht, und die ihn schon in Sebnitz (IEM U8 oder Kaderlehrgang) bekommen hatten, erhielten „Trostpreise“.